Jim Clark Biographie 04.März 1936 – 07.April 1968

Der zweimalige Weltmeister verunglückte am 07. April 1968 auf dem Hockenheimring tödlich.

Jim Clark und Colin Chapman waren die faszinierendste und erfolgreichste Kombination in der Motorsport-Geschichte.

Colin Chapman, das Genie am Reissbrett und Jim Clark, der Virtuose am Lenkrad, ergänzten sich auf einmalige Weise. Was Colin Chapman als Ingenieur entwickelte, setzte Jim Clark perfekt in Geschwindigkeit um. Im Verlauf der Jahre entstand eine echte Freundschaft, welche die Zusammenarbeit noch intensivierte. Zusammen haben sie die Motorsportwelt erobert.

Über Jim Clark

James „Jim“ Clark wurde am 4. März1936 in Kilmany, Five in Schottland geboren. Im Alter von 18 Jahren kam er, entgegen dem Wunsch seiner Eltern, mit dem Motorsport in Kontakt. Regionale Rallyes, Geschicklichkeitswettbewerbe und Sprintrennen standen auf seinem Programm, ehe er 1956 sein erstes Rundstreckenrennen auf einem DKW 3/6 seines Freundes Ian Scott Watson bestritt.

1958 stellte das Border Reivers Team Jim Clark den ersten richtigen Rennsportwagen, einen Jaguar D Type zur Verfügung. Nationale Rennen in Mallory Park und Silverstone sowie ein erstes Internationales Rennen in Spa (Belgien) standen an. Im November 1959 kam es bei einem Lotus Testtag in Brands Hatch zur ersten Begegnung von Jim Clark mit Colin Chapman. Clark erhielt die Gelegenheit einen Lotus Formel 1 - Boliden zu testen. Jim Clark stand also nicht über Nacht im Rampenlicht des internationalen Rennsports. Bevor er 1960 fest in einem Formel 1 - Lotus Platz nahm, nahm er bei 54 Veranstaltungen an 123 Wettbewerben teil. Im Jahre 1960 begann die Erfolgsgeschichte Clark/Chapman. Clark fuhr für das Team Lotus einen Lotus 18 Formel Junior so erfolgreich, dass ihm Colin Chapman bereits im selben Jahr einen Start in der Formel 1 ermöglichte.


Das erste Mal vor deutschen Zuschauern

Am 5. Juni 1960 bei dem WM-Lauf in Zandvoort in Holland begann die Formel 1 - Karriere von Jim Clark mit einem Ausfall. Einen guten Monat später, Ende Juli startete er vor über 200.000 Zuschauern erstmals in Deutschland. Beim Stuttgarter Solitude -Rennen hatte er bereits das Formel Junior Rennen überlegen gewonnen und stand nun im Formel 1 - Rennen mit so bekannten Piloten wie Weltmeister Jack Brabham, Phil Hill, Jo Bonnier und Graf Berghe von Trips am Start. Doch keiner dieser arrivierten Piloten setzte sich nach den ersten Runden an die Spitze des Feldes. Es war der unbekannte Jim Clark, der in Führung liegend, eine Rekordrunde nach der andern drehte. Er fiel zwar im Verlauf des Rennens wegen eines technischen Defektes aus, aber Stuttgart erlebte den Beginn einer neuen Ära. Von nun an gehörte er zu den Stammfahrern in der Formel 1. Wie nah Erfolg und Tragödie im Rennsport zusammenliegen, musste er in Monza erfahren. Er kollidierte mit Graf Berghe von Trips in der Anfangsphase des Rennens. Von Trips, der als erster Deutscher auf dem Weg zum WM-Titel war, verunglückte tödlich.


Auf der Jagd nach dem Weltmeistertitel

Im Laufe des Jahres 1962 entwickelte sich Jim Clark zu einem ernsthaften Anwärter auf den Weltmeistertitel. Chapman setzte mit dem Lotus 25 erstmals einen Wagen mit Monocoque-Chassis ein, welcher mit Clark am Steuer der Konkurrenz überlegen war. In Spa (Belgien) gewann Clark seinen ersten Formel 1 - Grand Prix, zwei weitere Siege folgten. Trotzdem verlor er den Titel 1962 im letzten Rennen an Graham Hill auf BRM. 1963 ernteten Clark und Chapman die Früchte ihrer Anstrengungen. Liegen beim Siegen hieß von nun an die Devise und Jim Clark gewann auf seinem Lotus 25 sieben von zehn Rennen und wurde überlegener Weltmeister. 1964 ließ die Konzentration beim Team Lotus nach, man verließ sich zu sehr auf die außergewöhnlichen Fähigkeiten von Jim Clark. Darunter litt die Zuverlässigkeit und Clark verlor den Titel im letzten Rennen an John Surtees auf Ferrari. 1965 gelang es dem Team Lotus, die erfolgreiche Saison 1963 noch zu überbieten. Der Verzicht auf den GP von Monaco wurde mit einem Sieg bei den 500 Meilen von Indianapolis belohnt. Erstmals seit 1916 bog wieder ein Europäer in die „Victory-Lane“ ein. Bereits drei Rennen vor Schluss, am 1. August auf dem Nürburgring, sicherte sich der „Fliegende Schotte“ im Lotus 33 seinen zweiten WM-Titel. Siege in den Formel 1 - Meisterschaften von England und Frankreich sowie seine legendären Erfolge im Lotus Cortina rundeten die Saison ab.


Weltmeistertitel verpasst

1966 folgte ein Zwischenjahr, Jim Clark war auf dem Lotus 43 mit BRM H16 Zylinder Motor nicht wirklich konkurrenzfähig. Trotzdem gewann er den GP der USA in Watkins Glen. 1967 stieg der Weltkonzern Ford mit Lotus in die Formel 1 ein. Jim Clark schenkte der Kombination Lotus 49 Ford Cosworth V8 einen Premieren-Sieg in Zandvoort. Jim Clark und sein neuer Teamkollege Graham Hill, dominierten den Verlauf der restlichen Saison klar. Clark gewann noch drei weitere Rennen, doch im Kampf um den WM-Titel scheiterte er an der Zuverlässigkeit des Brabhams von Dennis Hulme.


Der erfolgreichste Pilot aller Zeiten

Am 1. Januar 1968 startete Clark mit seinem 25sten GP-Sieg in Südafrika perfekt in die Saison. Damit war er der erfolgreichste Pilot aller Zeiten, er hatte einen Sieg mehr als Fangio auf dem Konto. Dieser Sieg bedeutete gleichzeitig das Ende einer Ära, es sollte der letzte GP-Sieg eines Lotus in den traditionellen grün/gelben Farben sein. Stimmen wurden laut, dass die Überlegenheit von Clark so erdrückend sei, dass selbst die interessantesten Rennen zu einem monotonen Schauspiel würden. Ich meine, Kontinuität im Erfolg hat nichts mit Monotonie zu tun, sie ist das Ergebnis einer grossartigen, ja wirklich hervorragenden Anstrengung.

Im Februar gewann Clark noch die Tasman Serie in Australien / Neuseeland, und das Team Lotus präsentierte sich dort erstmals als Gold Leaf Team Lotus in den Farben rot/weiss/gold. Ende März ging es nach Spanien zu einem internationalen Formel 1 - Rennen, danach folgte am 6./ 7. April der erste Lauf um die Europa Trophäe für Formel 1 - Fahrer auf dem Hockenheimring. Trotz Problemen mit seinem Lotus 48 im Training, folgte Jim Clark am Samstag einer Einladung des ZDF ins Aktuelle Sportstudio. Sein TV-Auftritt zusammen mit Kurt Ahrens bleibt unvergessen. Am nächsten Morgen, dem 7. April 1968, wurde der erste Lauf zur Europa Trophäe am Hockenheimring gestartet. Der Rest ist Geschichte.


Kurt Ahrens sagte beim Jim Clark Revival 2007:

 

Ein Freund verloren, aber nie vergessen!


Autor: Juerg Mallepell