Vom 18. bis zum 20. September wird der badische Hockenheimring wieder zum Mekka des historischen Motorsports. Bei den 49. Hockenheim Classics werden über 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Die Zuschauer dürfen sich auf Rennmaschinen und Automobile aus über sieben Jahrzehnten freuen.

Ausrichter der Veranstaltung ist der Veteranen Fahrzeugverband, kurz VFV. Für die zweirädrigen Teilnehmer stehen u. a. die Saisonfinals der Deutschen Historischen Motorrad-Meisterschaft (DHM) im Mittelpunkt. Dabei treten Motorräder aus den Baujahren 1920 bis 1995 in insgesamt 18 Solo- und fünf Gespannklassen gegeneinander an. Für VFV GLPpro ist die Veranstaltung ebenfalls einer der Saisonhöhepunkte. Die VFV GLPpro ist eine historische Gleichmäßigkeitsserie und seit Jahren fester Bestandteil der Hockenheim Classics. Bei der VFV GLPpro kommt also nicht unbedingt auf die Geschwindigkeit an, sondern auf Genauigkeit. Genauigkeit in dem Sinne, dass die Pilotinnen und Piloten ihre schnellste Runde bei vier weiteren Runden möglichst zeitnah bestätigen. Hilfsmittel sind dabei nicht erlaubt. Also kein leichtes Unterfangen. Abweichungen werden mit Strafpunkten belegt. Ziel ist es möglichst wenig Strafpunkte zu erhalten. Dabei geht es trotzdem richtig sportlich zu, denn das beste Mittel die Runden möglichst exakt zu treffen ist Tempo. Das bedeutet, dass die Fahrzeuge möglichst am persönlichen Limit bewegt werden.

In der laufenden Saison fanden mit Hockenheim, Most, Schleiz, Nürburgring  und Salzburgring bisher fünf Veranstaltungen statt, wobei die Veranstaltungen in Hockenheim, Most und Nürburgring als Meisterschaftsläufe zählten. Die Hockenheim Classics bieten mit zwei Wertungsläufen die Möglichkeit fleißig das Punktepolster aufzustocken, bevor es vom 16. bis 18. Oktober am Nürburgring zum alles entscheidenden Finale kommt. Die Meisterschaftstabelle zeigt, dass  auch Gleichmäßigkeitswettbewerbe äußerst spannend sein können. Gleich mehrere Fahrer dürfen sich noch Hoffnungen auf den Titel des Gesamtsiegers 2026 machen. Bei zwei Wertungsläufen im Rahmen der Hockenheim Classics kann sich die Reihenfolge ganz schnell ändern. Als Führender kommt Lutz Crackau (Zagk S 20-9) mit 510 Punkten an den Hockenheimring. Dahinter lauern Dirk Stützer (Ford Escort RS 2000 MKS), Werner Pfisterer (Alfa Romeo Junior), Volkmar Neumann (Triumph TR 4) oder Marius Friemelt (Opel Astra)auf ihre Chance vorbei zu gehen. Selbst jeder in den Top Twenty hat noch gute Chancen ganz nach vorne zu fahren.

Aber nicht nur der sportliche Aspekt macht die VFV GLPpro so interessant. Mit ihrer historischen Fahrzeugpalette gleicht die Serie einem rollenden Fahrzeugmuseum. Neben zahlreichen Modellen bekannter Hersteller wie VW, BMW, Ford, Mercedes, Opel oder Porsche finden sich auch Fahrzeuge, die man sonst eher nicht mehr auf der Straße zu sehen bekommt. Ob Fiat Abarth, Austin Healey Lenham la Mans Coupe, Renault R5 oder Simca 1000 Rallye und zahlreiche weitere Modelle, sie alle wecken Erinnerungen bei den Zuschauern an frühere Zeiten.  Es ist ein Schaulaufen bekannter und weniger bekannter Fahrzeugmodellen bis Mitte der Neunziger Jahre. Die Baujahrsgrenze für teilnehmende Tourenwagen und GT Fahrzeuge liegt bei der VFV GLPpro bei 1993. Für Formelautos und Sportprototypen ist das Jahr 2002 die entscheidende Baujahrsgrenze. Die Fahrzeuge der VFV GLPpro werden in vier Klassen eingeteilt. Tourenwagen und GT Fahrzeuge starten in einem gemeinsamen Feld, ebenso die Formelfahrzeuge und Sportprototypen. Die Anzahl der Starterfelder richtet sich nach den eingegangenen Nennungen. Ebenso interessant bei den Hockenheim Classics ist das offene Fahrerlager. Hier haben die Zuschauer die Möglichkeit die zahlreichen historischen Fahrzeuge aus der Nähe zu betrachten, ein Foto zu schießen oder ins Gespräch mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Serie zu kommen und zu fachsimpeln.

Serienorganisator Felix Vaillant rechnet mit über 160Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Veranstaltung am kommenden Wochenende. ” Wir fahren zwei Wertungsläufe, haben drei TW&GT-Startgruppen und eine Formel & Sport-Stargruppe. Alle Startgruppen sind nahezu ausgebucht. Wir erwarten außerdem eine Abordnung des TLRC “, so Felix Vaillant. Für die VFV GLPpro beginnt es am Freitagnachmittag ab 16.20 Uhr mit den Freien Trainings aller Wertungsklassen. Am Samstag stehen zunächst ab 10.40 Uhr die Pflichttrainings für alle Wertungsklassen auf dem Programm. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wertungsgruppen C/TLRC und B tragen ab 18.00 Uhr noch ihren ersten Wertungslauf aus. Gruppe A und Formelautos starten ihren ersten Wertungslauf am Sonntag ab 9.00 Uhr. Die zweiten Wertungsläufe aller vier Startgruppen finden am Nachmittag ab 13.30 Uhr statt.

Faszinierender historischer Motorsport für erschwingliche Ticketpreise
Die Eintrittspreise beginnen schon ab 10 Euro für ein Freitags-Ticket, die Tageskarten für Samstag und Sonntag kosten jeweils 20 Euro. Wer das gesamte Wochenende genießen möchte, ist mit 25 Euro dabei. Für Kinder unter 14 Jahren ist der Eintritt frei. Tickets gibt’s über den Online-Ticketshop unter www.hockenheimring.de oder an der Tageskasse.

Text: arpRedaktionsbüro Patrick Holzer // Bild: auto-rennsport/Patrick Holzer