Über 180 Fahrzeuge gingen bei den Hockenheim Classics für die VFV GLPpro an den Start. Wegen des enormen Andrangs wurden die Teilnehmer in vier Startgruppen aufgeteilt. Jede dieser Gruppen absolvierte zwei Wertungsläufe, was allen Fahrerinnen und Fahrern besonders viel Fahrzeit auf der Rennstrecke einbrachte.
Gleich beim ersten Wertungslauf am Sonntagmorgen gab es ein richtiges Highlight. Tymoteusz Rusinek (BMW E36 328i) zeigte einen souveränen Wertungslauf und siegte mit 587 Strafpunkten. Dieses Ergebnis wurde in keinem der folgenden Wertungsläufe des Wochenendes mehr unterboten. Damit war Rusinek der beste Starter des Wochenendes. Platz zwei für Jürgen Groll (BMW E30 318is) mit 943 Strafpunkten vor Matthias Baier (BMW E30 325i), dem 1130 Strafpunkte notiert wurden. Ein reines Porsche Podium in der GT Klasse. Den Sieg holte sich Oliver Neidull (Porsche 911 Carrera 3,0) mit 2130 Strafpunkten. Mit aufs Podium kletterten auf Platz zwei Daniel Bolliger (Porsche 944 Turbo) mit 2506 Strafpunkten und als Dritter Jo Rimpl (Porsche 944 Turbo S), der 2783 Strafpunkte erreichte. Im zweiten Wertungslauf stand Matthias Baier erneut auf dem Podium, musste sich allerdings Beat Ambacher(Honda Civic) geschlagen geben. Ambacher siegte mit 1011 Strafpunkten, Baier erreichte 1330 Punkte. Platz drei ging an Jürg Dürig (BMW EE366 325i) mit 1370 Punkten. Die GT Wertung ging diesmal mit 1442 Wertungspunkten an Carsten Neef (Porsche 944 Turbo) vor dem amtierenden Meister Christian Richter (Porsche 968 CS/1642 Punkte) und Daniel Bolliger mit 2154 Punkten.
Mit 46 Startern war die Startgruppe B am stärksten besetzt. Der Gesamtsieg ging diesmal an einen Fahrer aus der GT Klasse. Dr. Heiner Thüroff (MG CGT) war mit 608 Strafpunkten nicht zu bezwingen. Als Gesamtsiebter landete Michael Heck (Porsche 924/2532 Punkte) auf dem zweiten GT Rang vor Werner Pfisterer (Alfa Romeo GT Junior/3165 Punkte). Max Scheidter (Mini Cooper) siegte als Gesamtzweiter mit 1075 Punkten bei den Tourenwagen. Manfred Niederberger (Fiat 1000 TC/1560 Punkte) verwies Dirk Stützer (Ford Escort RS 2000 MK5/1847 Punkte) auf den dritten Podestplatz. Nach seinem zweiten Platz im ersten Wertungslauf setzte Niederberger noch einen drauf und siegte im zweiten Wertungslauf mit 946 Punkten. Platz zwei bei den Tourenwagen diesmal für Oliver Martin (Renault R5/1471 Punkte) vor Reza Yassemi (BMW 2002/1504 Punkte).
Nachdem Tobias Niederelz (Porsche 924 2.0) im ersten Umlauf noch im Mittelfeld gelandet war, lief es im zweiten Wertungslauf super für den Porschepiloten. Als Gesamtzweiter und Sieger der GT Wertung verbesserte sich Niederelz auf 1077 Strafpunkte. “Nach dem Training war schnell klar: Die Reifen werden hier zum entscheidenden Faktor. Meinem Porsche machte die Kurzanbindung ordentlich zu schaffen. Die angefahrenen Pneus hielten gerade einmal das Qualifying und den ersten Wertungslauf durch. Entsprechend fiel das Ergebnis eher in die Kategorie abhaken. Es mussten neue Reifen her. Im zweiten Wertungslauf fand ich schnell ein richtig gutes Tempo. Mit dem Fiat Abarth entwickelte sich ein herrlich unterhaltsamer Lauf. Auch der spätere Dritte Arnold Packbier mischte mit seinem Scirocco ordentlich mit. Genau solche Läufe machen einfach Spaß: kämpfen, konzentriert bleiben und Runde für Runde versuchen, das Maximum herauszuholen.” Ebenso gut lief es bei Arnold Packbier (VW Scirocco), der mit 1251 Punkten den zweiten Podestplatz der GT Wertung einfuhr. Dritte bei den GTs wurde Ulrike Braner (Opel GT Conero) mit 1649 Strafpunkten.
Neben Tourenwagen und GT Fahrzeugen standen in der Startgruppe C die Teilnehmer der TLRC mit am Start. Gesamtsieger im ersten Wertungslauf wurde GT Pilot Gerhard Geuder (Alfa Romeo GTV) mit 904 Strafpunkten. Platz zwei der GT Fraktion ging an Thomas Folino (Hond CRX/5377 Punkte) vor Thomas Baltzer (Porsche 924/8995 Punkte). Dominik Wegener (Opel Astra/2794 Punkte) schnappte sich die Tourenwagenwertung vor Baptiste Bruant (BMW E30 325i/3748 Punkte) und Jürgen Fahn (Audi 80 GLE/3792 Punkte). Mit sehr guten 798 Strafpunkten war Felix Vaillant (Renault R5 Alpine Turbo) in Lauf zwei das Maß der Dinge und siegte in der Tourenwagenwertung. “Ich war mehr als überrascht, im zweiten Wertungslauf ganz oben auf dem Treppchen gelandet zu sein. Ich habe quasi den gesamten Wertungslauf mit einem anderen Teilnehmer gekämpft. Mal war er vorne, mal ich. Dass dabei ein Podiumsplatz herausspringt, hätte ich nie erwartet. Aber es hat extrem viel Spaß gemacht”, erklärte Vaillant. Mit 982 Punkten kam Hans Jürgen Landsberg (Leyland Mini-Clubman) an dem Echzeller nicht vorbei, konnte aber Gene Luca Bartehl (BMW E36 318i/1611 Punkte) hinter sich halten. Nach Platz zwei im ersten Wertungslauf kletterte Thomas Folino mit 2100 Punkten auf Platz eins des GT Podiums. Zweiter wurde Thomas Ardelt (Ford Mustang/3375 Punkte) vor Thomas Baltzer mit 9755 Punkten.
Die TLRC Wertung ging in der Division 1 an Robert Berger Schekiera (Sachsenring Trabant 601) und in der Division 2 an Steffen Hornik (Lada 2105). Im zweiten Wertungslauf siegte in der Division 1 Jan Kießlich (Sachsenring Trabant 601). Christian Beck (Melkus RS 1000) hatte in der Division 2 die Nase vorne.
Lutz Crackau (Zagk S20-9) gewann mit 1426 Punkten im ersten Umlauf die Formelwertung vor Wolgang Göritz (VW Dallara), der auf 1877 Punkte kam. Als Dritter durfte Bernd Öhrler (Mygale Formel Ford 1800) mit 2848 Punkten auf dem Formelpodium Platz nehmen. Die Sportwagenwertung gewann Frank Krahl (Caterham Superlight R) mit 1983 Punkten. Platz zwei für Michael Hölz (Tiga SC 79/6940 Punkte) vor Dieter Bauer (Lola T212/7792 Punkte). Der zweite Wertungslauf wurde zur Beute von Heiko Werner (Estonia 23). Der Dresdner siegte mit 974 Strafpunkten und verwies Sven Richter (Formel Ford van Diemen) mit lediglich 18 Punkten Rückstand auf den zweiten Rang. Platz drei ging diesmal an Stefan Schick (van Diemen RF86 Formel Ford) mit 1055 Punkten. Nach Platz zwei im ersten Lauf war in Umlauf zwei Michael Hölz bei den Sportwagen nicht zu schlagen und siegte mit 1544 Punkten. Rainer Grindler (Sylva Phoenix) krallte sich mit 2373 Punkten Platz zwei vor Frank Krahl mit 3734 Punkten.
Es war ein rundum gelungenes Wochenende für die VFV GLPpro bei den Hockenheim Classics. Die historische Gleichmäßigkeitsserie bot den Zuschauern eine tolle Mischung zahlreicher historischer Tourenwagen, GTs , Formelautos und Sportwagen. Drei Tage spätsommerliche Temperaturen, sehr gut gefüllte Starterfelder und spannende Wertungsläufe im Kampf um wichtige Meisterschaftspunkte rundete das Ganze noch ab. “Für uns waren die 49. Hockenheim Classics ein echtes Highlight! Wir hatten vier volle Starterfelder mit tollen Autos, einiges an Action auf der Strecke und rundum tolle Bedingungen. Besonders freut es mich, dass wir in diesem Jahr wieder zwei Wertungsläufe fahren konnten. Jetzt freuen wir uns auf das Finale am Nürburgring in vier Wochen” so Serienorganisator Felix Vaillant.
Durch seinen Sieg im ersten Wertungslauf konnte Formelpilot Lutz Crackau seine Führung im Meisterschaftsranking festigen. Mit 813 Punkten führt der Mannheimer vor Dirk Stützer mit 765 Punkten. Einen Sprung nach vorne machte durch seinen Gesamtsieg Tymoteusz Rusinek, der mit 750 Punkten auf Platz drei liegt. Die Meisterschaft und die einzelnen Klassenwertungen bleiben vor dem Finale in vier Wochen am Nürburgring weiterhin spannend, zumal beim Finale doppelte Punktzahl vergeben wird.
Text & Bild: Auto-Rennsport/Holzer